Tiny Forest am Sudhaus – Vom harten Boden zum Miniwald

Am 7. März haben wir es geschafft: Unser Tiny Forest ist gepflanzt! Gemeinsam mit vielen engagierten Menschen aus der Nachbarschaft sind über 500 heimische Bäume und Sträucher auf dem Sudhaus-Gelände eingezogen.
Was heute noch nach vielen kleinen Pflänzchen aussieht, ist das Ergebnis von über einem Jahr Vorbereitung – und genau diese möchten wir euch nicht vorenthalten.

Dezember 2024 – Erst einmal Bestandsaufnahme
Bei der ersten Begehung wurde schnell klar: Der Boden hatte es in sich. Stark verdichtet, viel Kies und Bauschutt – kein leichter Start für einen Wald. Also hieß es: planen, analysieren, ein Konzept entwickeln.
Denn klar war: Ohne gesunden Boden kein gesunder Wald.
Um Kosten zu sparen, starteten wir ein aufwändiges Programm mit mehreren Gründüngungen.

März 2025 – Boden auflockern & erste Gründüngung
Am 22. März 2025 wurde die Fläche gründlich gelockert, zwei Pflanzinseln ausgehoben und eine erste Gründüngung eingesät.
Pflanzen wie Luzerne und Klee helfen dabei, den Boden biologisch zu aktivieren, Nährstoffe aufzubauen und die Bodenstruktur zu verbessern – natürliche Bodenarbeit sozusagen. Außerdem sind rund drei Kilogramm Regenwürmer eingezogen, die den Boden zusätzlich auflockern und mit ihren Gängen die Grundlage für ein lebendiges Bodengefüge schaffen.

Juli 2025 – Mulchen, lockern, Erdbewohner einziehen lassen und weiter aufbauen
Am 5. Juli wurde die gewachsene Gründüngung mit der Sense gemulcht. Wir mähen bewusst von Hand, um Insekten und andere Kleintiere zu schonen, die bei der Arbeit von Rasenmähern und anderen motorisierten Geräten häufig zu Schaden kommen.
Das Schnittgut blieb als organisches Material auf der Fläche liegen. Danach wurde der Boden erneut gelockert und eine weitere Gründüngung eingesät. Schritt für Schritt entstand so ein lebendiger Boden mit besserer Wasserspeicherung und aktiver Bodenbiologie.

Oktober 2025 – Vorbereitung auf die Pflanzung
Im Herbst wurde noch einmal gemulcht und eingesät. Ziel war es, den Boden weiter zu stabilisieren und optimal auf die große Pflanzaktion im Frühjahr vorzubereiten.
Jede Phase der Gründüngung wurde sorgfältig vorbereitet und auf die jeweilige Jahreszeit sowie die Bedürfnisse des Bodens abgestimmt.

7. März 2026 – Pflanztag!
Dann war es endlich so weit: Über 500 heimische Bäume und Sträucher, rund 30 verschiedene Arten, dicht nebeneinander gesetzt – 3 bis 5 Pflanzen pro Quadratmeter. Genau diese Dichte sorgt dafür, dass sich die Pflanzen gegenseitig schützen und besonders schnell wachsen. Eine Mulchschicht schützt nun den Boden vor Austrocknung und unterstützt die natürliche Entwicklung. Im Bereich der Rigolen haben wir bewusst auf Tiefwurzler verzichtet, damit die Versickerungsanlagen weiterhin zuverlässig funktionieren.

Was entsteht hier eigentlich?
In den nächsten Jahren entwickelt sich auf rund 230 Quadratmetern ein eigenständiges kleines Waldökosystem.

Tiny Forests können:

  • an heißen Tagen für spürbare Abkühlung sorgen
  • Feinstaub binden
  • Lebensraum für Insekten und Vögel schaffen
  • das Quartier grüner und lebendiger machen

Und das Beste: Dieser Wald ist ein echtes Gemeinschaftsprojekt.
Viele Hände, viele Gespräche, viel Engagement – genau so entsteht Klimaresilienz im Kleinen.
Wir freuen uns riesig über die Unterstützung und sind gespannt, wie unser Miniwald wächst.
Fortsetzung folgt!