Tiny Forests
Tiny Forest, Pocket Forest, Kleinwald, Mikro-, Mini- oder Nanowald… was ist das denn?
All das beschreibt im Grunde das Gleiche: eine kleine, dicht bepflanzte Fläche, auf der Bäume und Sträucher eng nebeneinander gepflanzt werden, um die Wiederherstellung nativer Pflanzengesellschaften und Ökosysteme – insbesondere im urbanen Raum – zu beschleunigen. Dadurch kann eine schnelle Renaturierung geschädigter oder ungenutzter Flächen, sowie Förderung der Biodiversität, Verbesserung des Stadtklimas und Schaffung von Lebensräumen für Tiere und Pflanzen erfolgen.
Wie funktionierts?

- Pocket Forests benötigen wenig Platz und können bereits auf sehr kleinen Flächen ab etwa 6–100 Quadratmetern angelegt werden
- Pflanzung erfolgt nach dem Vorbild der Miyawaki-Methode.
- Bodenverbesserung (z.B. durch Kompost, Karton, organische Abfälle, Terra Preta, Pflanzenkohle, Würmer)
- Dichte Bepflanzung von mindestens drei verschiedenen, standortgerechten Baum- und Straucharten, sodass keine zwei Pflanzen derselben Art nebeneinanderstehen. 3 Bäume /m²
- Nach der Pflanzung ist meist nur in den ersten Jahren zusätzliche Bewässerung nötig.
Warum ein Pocket Forest?
- Rasches Pflanzenwachstum durch Konkurrenz um Licht und Nährstoffe
- Höherer CO₂-Speicher pro Fläche als herkömmliche Pflanzungen
- Geringerer Pflegeaufwand nach der Etablierung
- Verbesserung des Mikroklimas, Förderung der Artenvielfalt, Erholung und Umweltbildung für Stadtbewohner
Urbane Mini-Wälder als Reallabore
Mini-Wälder eignen sich als Reallabore, in denen ökologische, klimatische und gesellschaftliche Fragestellungen praxisnah und interdisziplinär erforscht werden können. Beispiele von Forschungsfeldern sind:
- Ökologische Entwicklung: Untersuchung, wie sich ein Tiny Forest als Ökosystem entwickelt, z. B. in Bezug auf Artenvielfalt von Pflanzen, Insekten und Vögeln sowie das Zusammenwirken verschiedener heimischer Arten
- Klimawirkung: Analyse der Effekte auf das Mikroklima, wie Temperaturregulierung, Luftfeuchtigkeit und CO₂-Bindung. Auch der Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität und zur Anpassung an den Klimawandel kann erforscht werden
- Boden- und Bodengesundheit: Erforschung der Bodenentwicklung, etwa Veränderungen in der Bodenstruktur, Nährstoffgehalt, Wasserhaltekapazität und Aktivität von Bodenorganismen (wie Regenwürmern)
- Wachstum und Konkurrenz: Messung des Wachstums verschiedener Baumarten, Konkurrenzverhalten auf engem Raum und Einfluss der Miyawaki-Methode auf die Entwicklung von Bäumen und Sträuchern
- Soziale und pädagogische Aspekte: Untersuchung, wie Tiny Forests als „grüne Klassenzimmer“ zur Umweltbildung beitragen und wie Bürgerwissenschaft (Citizen Science) die Forschung unterstützen kann, etwa durch Monitoring von Wachstum und Artenvielfalt durch Freiwillige
- Technologische Methoden: Einsatz moderner Technologien wie Fernerkundung, Mobile Mapping oder KI-gestützte Bildanalyse zur Inventur und Überwachung der Entwicklung kleiner Wälder
- Vergleich mit anderen Flächennutzungen: Bewertung, wie Tiny Forests im Vergleich zu anderen Stadtgrünflächen hinsichtlich Ökosystemleistungen, sozialer Nutzung und Biodiversität abschneiden


