Die erfolgreiche Geschichte eines Miniwaldes
Unterschiedliche Bedingungen – unterschiedliche Entwicklung
Im April 2024 haben wir auf dem Gelände der Firma Geyer Umformtechnik in Marienfelde gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern und Auszubildenden des Unternehmens einen Miniwald gepflanzt. Bereits nach wenigen Monaten wurde deutlich, wie stark sich die unterschiedlichen Standortbedingungen auf das Wachstum der jungen Gehölze auswirkten.
Während sich der östliche Bereich – im Schatten des Betriebsgebäudes und dadurch vor allem in den heißen Nachmittagsstunden teilweise geschützt – bereits nach kurzer Zeit hervorragend entwickelte, war der westliche Teil der Pflanzfläche deutlich größeren Belastungen ausgesetzt. Dort trifft eine vollsonnige Lage mit intensiver Nachmittags- und Abendsonne auf den vorherrschenden Westwind, der sich entlang eines langen Gebäudekorridors zusätzlich beschleunigt. Gleichzeitig liegt dieser Bereich am weitesten von der Wasserentnahmestelle entfernt, sodass auch die Bewässerung aufwendiger ist. Trotz dieser anspruchsvollen Bedingungen blieben die Ausfälle mit rund 20 % der Jungpflanzen vergleichsweise gering.
Nachpflanzung mit Erfolg
Um die Entwicklung dieses Bereichs gezielt zu unterstützen, haben wir im Oktober 2025 selbst gezogene Stecklinge sowie vorbereitete Saatnester nachgepflanzt. Zehn Monate später zeigt sich, dass sich diese zusätzliche Arbeit gelohnt hat: Der Miniwald präsentiert sich heute als fast geschlossener Bestand. Einige Bäume haben bereits eine Höhe von über vier Metern erreicht, einzelne Bereiche sind inzwischen so dicht bewachsen, dass sie kaum noch betreten werden können. Der Miniwald entwickelt sich zunehmend zu einem wertvollen Lebensraum: Zahlreiche Insekten und verschiedene Vogelarten haben sich bereits auf der Fläche angesiedelt.
Den Boden stärken
Am 17. und 18. August 2026 stand deshalb nicht mehr die Pflanzung, sondern die langfristige Entwicklung des Bodens im Mittelpunkt. Um die jüngeren Nachpflanzungen weiter zu fördern, haben wir Saatrillen angelegt, den Boden im unmittelbaren Wurzelbereich gelockert und eine standortgerechte Gründüngungsmischung ausgesät. Anschließend haben wir die Fläche mit einer Mischung aus Stroh und Rasenschnitt gemulcht.
Gründüngung: Mehr als nur Bodenschutz
Gründüngung erfüllt dabei weit mehr als nur eine Aufgabe. Sie verbessert die Bodenstruktur, schützt den Boden vor Austrocknung und Erosion, fördert die Durchwurzelung, bindet – je nach Pflanzenart – Stickstoff aus der Luft, aktiviert das Bodenleben, erhöht den Humusgehalt und schafft gleichzeitig ein wertvolles Blütenangebot für zahlreiche Insekten. Gerade in einem jungen Miniwald trägt sie entscheidend dazu bei, ein stabiles und widerstandsfähiges Ökosystem entstehen zu lassen.
Monitoring schafft Wissen
Zum Abschluss der beiden Arbeitstage haben wir erneut das Monitoring unserer Referenzbäume durchgeführt. Höhe, Stammdurchmesser und weitere Kenndaten werden regelmäßig erfasst und fließen in unsere Monitoring-Datenbank ein. So können wir die Entwicklung unserer Miniwälder wissenschaftlich begleiten, verschiedene Pflegemaßnahmen vergleichen und wertvolle Erkenntnisse für zukünftige Projekte gewinnen.
Der Miniwald bei Geyer Umformtechnik zeigt eindrucksvoll, dass ein Miniwald kein fertiges Produkt ist, sondern ein lebendiges Ökosystem. Mit einer standortangepassten Pflege, kontinuierlichem Monitoring und etwas Geduld entwickelt sich aus einer jungen Pflanzung Schritt für Schritt ein stabiler Stadtwald – und damit ein wertvoller Lebensraum für alle.

PS: Weil es einfach riesige Freude macht, unserem Miniwald beim Wachsen zuzusehen: so sah er im Januar 2025 aus. Was für eine Entwicklung!











