Erstes Monitoring im Miniwald Sudhaus
Am 11. August 2026 haben zahlreiche Mitglieder von Berliner Bäume e.V. gemeinsam das erste Monitoring unseres Miniwaldes am Sudhaus durchgeführt. Auf der rund 230 m² großen Fläche, die im März mit etwa 500 Pflanzen angelegt wurde, wurden verschiedene Bereiche des jungen Waldes untersucht und dokumentiert.
Ein Miniwald ist ein lebendiges System, das sich ständig verändert. Deshalb ist es wichtig, nicht nur die Pflanzung selbst zu betrachten, sondern die Entwicklung der Fläche über viele Jahre hinweg zu begleiten. Das Monitoring schafft dafür eine objektive Grundlage: Es ermöglicht, Veränderungen sichtbar zu machen, Entwicklungen zu vergleichen und besser zu verstehen, wie sich ein junger Stadtwald unter den besonderen Bedingungen eines urbanen Standorts entwickelt.
Erfasst wurden unter anderem Pflanzenwachstum, Bodenfeuchtigkeit, Versickerung, Bodenbeschaffenheit, Biodiversität sowie Wetterdaten. Insgesamt präsentierte sich die Fläche in einem sehr guten Zustand. Einige junge Eschen und Eichen zeigten zwar trockene Blätter, doch auch in solchen Fällen bleibt abzuwarten, ob die Pflanzen tatsächlich geschädigt sind – häufig treiben sie nach Trockenperioden wieder aus. Gerade diese Beobachtungen sind wertvoll, um die Widerstandsfähigkeit verschiedener Arten unter den Bedingungen des Klimawandels besser einschätzen zu können.
Besonders wertvoll war der gemeinsame praktische Austausch: Viele Vereinsmitglieder konnten die Monitoringmethoden kennenlernen, selbst anwenden und Erfahrungen für zukünftige Untersuchungen sammeln. So wurde nicht nur der aktuelle Zustand des Miniwalds festgehalten, sondern auch Wissen innerhalb des Vereins aufgebaut.
Einige erste Ergebnisse: Die im März gepflanzten Gehölze waren damals zweijährige wurzelnackte Jungpflanzen mit einer Höhe von etwa 80 bis 120 cm. Die Entwicklung einzelner Exemplare ist aber schon beeindruckend: Ein markierter Ahorn hatte inzwischen bereits eine Höhe von 170 cm und eine Stammdicke von 26 mm erreicht. Die Bodenfeuchtigkeit lag je nach Messstelle zwischen 3 und 8 von 10 Punkten. Unter einer Bodenplatte wurden zudem verschiedene Kleintiere wie Ameisen, Spinnen und Springschwänze entdeckt – ein kleines, aber wichtiges Zeichen für die beginnende biologische Aktivität im Boden.
Das Monitoring liefert damit wertvolle Vergleichsdaten für die kommenden Jahre. Es hilft uns, die Entwicklung des Miniwalds wissenschaftlich zu begleiten, unsere Pflege anzupassen und die Erfahrungen aus diesem Projekt für zukünftige Miniwälder in Berlin nutzbar zu machen.







