Berliner­Bäume­Post

März 2026

Liebe Baumfreundinnen und Baumfreunde,

Dieser Newsletter hat zwei Hauptzutaten: Matsch an den Schuhen und Rückenwind im Kopf. Anfang März haben wir auf dem Sudhaus-Gelände gemeinsam mit vielen Engagierten aus der Nachbarschaft einen großen Schritt gemacht: Über 500 heimische Bäume und Sträucher stehen jetzt dort, wo vorher vor allem verdichteter Boden, Kies und Bauschutt das Sagen hatten.
Ein Tiny Forest entsteht nicht durch einen „Pflanztag“ – er entsteht durch Geduld, Bodenaufbau, viele Hände und die feste Überzeugung, dass Stadt auch anders kann.
Und genau so geht’s weiter. Im April sind wir wieder draußen: neue Mini-Waldfläche vorbereiten. Dazu Pflegeeinsätze in Marienfelde und Neukölln und das Monitoring all unserer Mini-Wälder. Das ist der Teil, den man auf Fotos kaum sieht – und der trotzdem entscheidet, ob aus Pflänzchen Wald wird: Mulch nachlegen, Bodenfeuchte checken, Wachstum beobachten, lernen, nachjustieren. Natur ist kein Event. Natur ist Beziehung.
Parallel haben wir beim Deutschen Naturschutztag in Berlin viele inspirierende Menschen getroffen – dank der Unterstützung des WWF Deutschland konnten wir dabei sein. Diese Begegnungen sind Gold wert: für Kooperationen, für Know-how, für das gemeinsame Ziel, Tiny Forests in Berlin und im Umland dauerhaft zu verankern.
Und wenn du zwischen all dem Trubel mal eine Idee brauchst, die alles zusammenbindet: Akira Miyawaki. Sein Ansatz zeigt, warum Miniwälder keine Deko sind, sondern Regeneration im Quadratmeterformat. Oder du schaust dir „Abpflastern“ an: Entsiegeln ist die schnelle Schwester des Pflanzens – beides gehört zusammen, wenn wir unsere Stadt klimaresilient machen wollen.
Kurz gesagt: Wir bleiben dran. Und wenn du Lust hast, Teil davon zu sein – mit Spaten, mit Kopf oder einfach mit Präsenz – dann komm dazu.
buero@berliner-baeume.de
Danke, dass ihr mit uns Natur wachsen lasst.

Nächste Termine

Im April geht’s bei uns direkt wieder raus: Wir bereiten eine neue Mini-Waldfläche vor – ein großes Hurra! Außerdem pflegen wir unsere Tiny Forests in Marienfelde und Neukölln und parallel läuft das Monitoring aller unserer Mini-Wälder. Wenn du mitmachen willst: Schreib uns an buero@berliner-baeume.de

Aktuelles: Ein neues Tiny Forest in Berlin

Am 7. März war’s so weit: Unser Tiny Forest auf dem Sudhaus-Gelände ist gepflanzt! Gemeinsam mit vielen Engagierten aus der Nachbarschaft haben wir über 500 heimische Bäume und Sträucher aus rund 30 Arten gesetzt – dicht gepflanzt (3–5 Pflanzen pro Quadratmeter), damit sie sich gegenseitig schützen und schnell wachsen.

Dem Pflanztag ging über ein Jahr Vorbereitung voraus: Der Boden war stark verdichtet und voller Kies und Bauschutt. Deshalb haben wir Schritt für Schritt mit Gründüngungen, wiederholtem Lockern, Mulchen per Hand (insektenfreundlich) und sogar dem Einzug von Regenwürmern die Bodenstruktur und Bodenbiologie aufgebaut. Jetzt schützt eine Mulchschicht vor Austrocknung – und im Bereich der Rigolen haben wir gezielt auf Tiefwurzler verzichtet, damit die Versickerung weiter zuverlässig funktioniert. Mehr Infos findet ihr auf unserer Homepage: hier klicken!

Rückblick: 38. Deutsche Naturschutztag in Berlin

Vom 10.–14. März 2026 fand an der Freien Universität Berlin der 38. Deutsche Naturschutztag (DNT) unter dem Motto „Natur, Mensch, Zukunft“ statt. Im Mittelpunkt standen der Zusammenhang von Naturschutz und gesellschaftlichem Zusammenhalt sowie konkrete Fragen rund um Biodiversität, Klimaresilienz und Naturschutz in der Stadt. Neben Fachvorträgen gab es Ausstellung, Stände, Exkursionen und interaktive Formate – inklusive Berufsfeldforum Naturschutz für Nachwuchs und Quereinsteiger. Veranstaltet wurde der DNT von BBN, BfN, DNR und dem Land Berlin.

Wir konnten dank der Unterstützung des World Wide Fund For Nature Deutschland (WWF) teilnehmen – und haben dort viele großartige Menschen und Initiativen kennengelernt. Diese Begegnungen geben uns Rückenwind und neue Kontakte, um das Tiny-Forest-Projekt in Berlin und im Umland weiter voranzubringen.

Wurzeln der Regeneration

In den 1970ern hat der japanische Botaniker Akira Miyawaki die Aufforstung radikal umgedreht: nicht Monokultur, nicht große Abstände, sondern heimische Arten, dichte Pflanzung und vor allem ein Boden, der wieder leben darf. Ausgangspunkt war seine Idee der „potenziellen Vegetation“ – also der Frage: Welche Waldgesellschaft gehört eigentlich an genau diesen Ort? Aus dieser Logik wurden in Japan und Südostasien hunderte Projekte, oft mitten in Städten, an Schulen oder in Unternehmen – als gemeinschaftliche Aktionen, die Menschen wieder mit Natur verbinden.
Das Spannende: Miyawaki-Wälder entwickeln schneller Struktur und Widerstandskraft, bieten früh Lebensraum – und genau diese DNA steckt in der heutigen Tiny-Forest-Bewegung. Wenn du verstehen willst, warum es bei Miniwäldern nicht um Symbolpolitik geht, sondern um eine ziemlich kluge Wissenschaft der Regeneration (plus ein richtig gutes gesellschaftliches Narrativ), dann lies den ganzen Text hier:
Zum LinkedIn-Artikel von Berliner Bäume: hier klicken!

„Abpflastern“ – wir entsiegeln unsere Stadt!

Zwischen dem 21. März und dem 31. Oktober 2026 läuft der bundesweite Entsiegelungs‑Wettbewerb „Abpflastern“, bei dem Städte und Gemeinden gegeneinander antreten: Gewinnen kann die Kommune, in der am meisten Pflaster‑ und Betonflächen in Blühstreifen, Beete und Grünflächen verwandelt werden.

„Abpflastern“ ist der erste deutschlandweite Wettbewerb dieser Art und wird von der Hochschule für Gesellschaftsgestaltung (HfGG) in Koblenz mit Masterstudierenden als Praxisprojekt organisiert.

Mitmachen ist ganz einfach: Jeder kann ohne Anmeldung über die Webseite abpflastern.de die eigene abgepflasterte Fläche in Quadratmetern oder als Anzahl entfernter Steine eintragen, ein Vorher‑/Nachher‑Foto hochladen und eine Ansprechperson angeben. Entsiegelt werden dürfen eigene Flächen oder Flächen mit ausdrücklicher Zustimmung der Eigentümer*innen – egal ob Pflaster, Asphalt, Platten oder Beton.

Pflanze des Monats: roter Hartriegel

Wenn im Winter plötzlich blutrote Zweige in Hecken und Gebüschen leuchten, ist er oft schon da: der Rote Hartriegel. Ein einheimischer Strauch (manchmal kleiner Baum) aus der Familie der Hartriegelgewächse, der bis zu 5 Meter hoch wird und sich über Wurzelausläufer gern ein bisschen Platz nimmt – ideal für lebendige, dichte Saumstrukturen.
Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni. Eine Besonderheit des Roten Hartriegels ist es, in manchen Jahren im frühen August eine zweite Blüte zu bilden. Blüten und fast reife Früchte stehen dann gleichzeitig am Strauch.
Warum wir ihn lieben:

  • Standort-Profi: wächst an feuchten Bachrändern genauso wie an trockenen Hängen.
  • Robust & pflegeleicht: winterhart, selten krank, kommt mit wenig Betreuung klar.
  • Vogelnährgehölz: schwarze Beeren sind wichtiges Futter.
  • Bienenweide und Raupenfutter für viele Schmetterlinge.

Fazit: Der Rote Hartriegel ist ein perfekter Kandidat für naturnahe Pflanzungen, Heckenränder und Mini-Wald-Umfelder: schön, hart im Nehmen und ökologisch wertvoll.

Mitglied werden

Möchtest du aktiv dazu beitragen, Berlin grüner zu machen? Werde Mitglied bei Berliner Bäume e.V. und unterstütze unsere Projekte zur Pflanzung urbaner Mini-Wälder. Ob als Fördermitglied mit deinem Jahresbeitrag, als Miniwald-Pfleger im Einsatz oder aktiv im Vereinsleben – wir finden gemeinsam deinen Platz. Melde dich einfach bei uns und werde Teil der Bewegung für mehr Stadtgrün!